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FLUX

Medieninstallation als Teil des Corporate Interior der Sparkasse Münden

Das Area Composing verwebt Bilder und Klänge der Drei-Flüsse-Stadt Hannoversch Münden zu einem medialen Stadtporträt, das die Flüsse als historische Lebensadern mit den virtuellen Finanzströmen der Gegenwart in Verbindung bringt.

Die Installation läuft als Video-Triptychon mit fest integriertem Soundsystem in der neuen Empfangshalle der Sparkassenfiliale in Hannoversch Münden. Das Kunst-am-Bau-Projekt entstand in enger Kooperation mit dem ausführenden Architektenbüro.

Projektumfang

  • Idee und künstlerische Konzeption
  • Aufführungskonzeption
  • Foto- und Tonaufnahmen
  • Komposition
  • Technische Planung
  • Kooperation mit Bauherr und Architektenbüro

Projektbeteiligte

  • Sparkasse Münden
  • schuh-Architekten, Kassel
  • Uta von Schenck Lichtkultur, Göttingen

Kunst am Bau

Der Kundenbereich der in den 1970er Jahren erbauten Sparkasse Münden wird 2013 komplett umgebaut und modernisiert. Aus der Kassenhalle soll ein Verkaufsraum mit kommunikativer Atmosphäre werden. Für den Eingangsbereich und die Wartezone wünscht sich der Bauherr ein mediales Kunstobjekt mit zeitgemäßer Technik, das einen untrennbaren Bezug zur Drei-Flüsse-Stadt, ihrer Historie und ihren Bewohnern herstellt.

Der mit dem Umbau beauftragte Kassler Architekt Jürgen Schuh kontaktiert uns bereits in der Planungsphase. Wir erstellen ein künstlerisches Konzept, das den Sparkassenvorstand überzeugt. „FLUX“ wird von Architekt Schuh von Beginn an als fester Bestandteil der Raumgestaltung berücksichtigt.

Konzeption

Hannoversch Münden liegt wie eine Insel zwischen den Flüssen Fulda, Werra und Weser. Diese Transportwege machten die Stadt schon im Mittelalter zu einem wichtigen Knotenpunkt für Händler und Reisende. Der Fluss des Wassers sowie die Informations-, Waren- und Geldströme, die hier aufeinandertrafen, prägten die Stadtgeschichte und finden ihre moderne Fortführung in Form virtueller Finanzströme am heutigen Umschlagplatz Sparkasse. Aus dieser Grundthematik der Konzeption leiten wir den Titel unseres Area Composing ab: FLUX (lat. Fluss).

Die Bilder des Area Composing porträtieren die gesamte Stadt, ihre Brücken, ihre zahlreichen Brunnen sowie herausragende Gebäude wie das Welfenschloss, die St.-Blasius-Kirche und das Rathaus. Im Sound für das Area Composing sind sowohl Field Recordings der Stadt, wie zum Beispiel das Glockenspiel am Rathaus, als auch zahlreiche historische Tondokumente verarbeitet, mit denen das mediale Stadtporträt eine geschichtliche Dimension erhält.

Composing als Triptychon

Die aufgenommenen Bilder ordnen wir drei Themenbereichen zu, die mit dem RGB-Farbraum korrespondieren: Architektur/rot – Natur/grün – Wasser/blau. Daraus komponieren wir drei Liquid Images mit unterschiedlicher Länge, die als nahtlose Loops parallel auf drei LED-Bildschirmen inszeniert werden. In der Gesamtwahrnehmung entstehen dadurch unendlich viele Bildkombinationen.

Im Sound-Composing bahnen sich zunächst die Flüsse klanglich ihren Weg durch die Landschaft und verdichten sich am Ort des Zusammenflusses. Wir integrieren musikalische Interpretationen herausragender Ereignisse der Stadtgeschichte, so dass der Klangstrom die Zuhörer auf eine historische Reise führt. Im zweiten Teil thematisieren wir mit elektronischen Klängen die digitalen Geld- und Finanzströme der heutigen Zeit. Auch die zweiteilige Klangkomposition läuft im Loop und trifft bei jeder erneuten Betrachtung wieder auf andere Bildkombinationen – ein unendlicher Fluss an Wahrnehmungen.

Teil des Corporate Interior

Architekt Schuh konzipiert die Wartezone als wohnliche Kommunikationsinsel mit ausgefallenen Sitzmöbeln. Abgeschirmt vom geschäftigen Treiben der Sparkasse ist hier ein Ort der Ruhe und Inspiration, an dem sich Kunst erleben lässt. Für das Video-Triptychon gestaltet Jürgen Schuh einen Raumteiler aus eingefärbtem Plexiglas, der die Wartezone von den Beraterbüros abtrennt und für Diskretion sorgt. Alternativ kann das Area Composing auch als Einzelinstallation auf einem Großbildschirm gezeigt werden. Über ein fest integriertes Soundsystem lässt sich die Klangkomposition einblenden.

Sounddusche im Eingangsbereich

Der Soundtrack des Area Composing FLUX kann über eine integrierte Lautsprecheranlage zudem in der Vorhalle der Sparkasse abgespielt werden. Der Bereich mit den Selbstbedienungsterminals ist rund um die Uhr geöffnet und kann auf diese Weise nachts in einen kleinen Konzertsaal verwandelt werden.

Tagsüber werden die Sparkassenbesucher an dieser Stelle mit Soundduschen überrascht. Über einen Bewegungsmelder werden zufällig ausgewählte Event-Sounds getriggert, die sich in der Klangkomposition von FLUX wiederfinden und somit die Aufmerksamkeit auf die Medieninstallation in der Wartezone lenken.

Lichtinstallation

Für den Boden der Vorhalle hat Lichtkünstlerin Uta von Schenck eine begehbare Lichtinstallation gestaltet. Blaue LED-Strips, die in durchsichtigen Bodenplatten eingebettet sind, zeigen die Flussverläufe von Fulda, Werra und Weser.

Das akustische und visuelle Porträt der Drei-Flüsse-Stadt erzeugt bei den Sparkassenbesuchern eine zugleich bewusste und unbewusste Wahrnehmung ihrer Stadt. Für Architekt Schuh ist diese duale Kodierung von Kunst sehr erstrebenswert. Architektur solle nicht mit Kunst dekoriert werden. Vielmehr solle Kunst am Bau als Teil des Corporate Interior die Menschen inspirieren, unterhalten und den Raum beleben. Der Sparkassenvorstand schätzt FLUX als „Kunstwerk mit langjähriger Substanz“. Es fordere Auseinandersetzung, sei aber trotzdem dezent.

Flux - Ein Stadtportät

Vision

Unsere Ursprungsidee für die Aufführung von FLUX war eine Rückprojektion auf eine etwa 35 Quadratmeter große Wand aus beschichtetem Glas mit eingelassener Tür, durch die die Kunden den hinteren Bereich der Sparkasse betreten können. Aus baulichen Gründen konnte diese Idee nicht realisiert werden.