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Surreales Kino

TARKOW featuring D,R,ON

Premiere der Video-Sound-Installation beim Festival für Filmkunst Berlin

Das Area Composing ist eine Reise in den Kosmos des armenischen Künstlers Vazgen Pahlavuni-Tadevosyan. Auf einer makroskopischen Kamerafahrt durch Vazos Atelier in einem südfranzösischen Konvent entstanden Detailaufnahmen, die sich zu einem Liquid Image vereinen. Die extrem langsam ineinanderfließenden Bilder erinnern an die surrealistische Bilderwelt Andrei Tarkowskis. Ein Soundscape nicht definierbarer Klänge der Klangskulptur D,R,ON weckt die unterschiedlichsten Stimmungen und Assoziationen.

Die Premiere von TARKOW findet am 31.7. und 12.8. 2022 im Rahmen des Filmgartens Berlin statt.

Klangskulptur D,R,ON von Peter Hölscher

Die Klangquelle: D,R,ON

  • Klangskulptur von Peter Hölscher, 2021
  • Holz und Metall mit Kontaktmikrofon und elektronischer Soundabnahme
  • Breite/ Höhe/ Tiefe: 500 cm/ 73 cm/ 87 cm
  • Entworfen und gebaut für Ron Gaube
    Seit Studientagen schenken sich Ron und Peter herausfordernde Skulpturen zum Geburtstag. Eigentlich wollten sie sich nur noch kleine Objekte schenken, weil der Platz zum Aufstellen langsam rar wird. Nichtsdestotrotz hat Peter 2021 die bisher größte Skulptur für Ron gebaut.
Klangskulptur D,R,ON von Peter Hölscher

Intuitive Komposition löst Klang-Assoziationen aus

Der gesamte Sound stammt aus einer einzigen Klangquelle: D,R,ON. Die Klangskulptur ist ein verstärktes Instrument. Über ein Kontaktmikrofon am Holzkörper lassen sich perkussive, dunkle Geräusche erzeugen. Eine elektronische Soundabnahme verstärkt die vier Meter langen Metallstäbe, mit denen sich singende Streich- und Kratzgeräusche sowie schwebende Gongs erzeugen lassen. Bei direkter Berührung des Kontaktmikrofons entstehen sehr nah klingende, harte, undefinierbare Geräusche – von kaum wahrnehmbarem atmosphärischem Knistern bis zu infernalischem Maschinengetöse.

Ron hat einen Tag lang mit D,R,ON experimentiert und viele verschiedene Klänge rausgeholt – mit Hilfe alter Drahtbürsten und Sägeblättern, einem Metall-Maßband, verschiedenen Schlegeln und den Händen. Die Klänge wurden direkt über die Tonabnehmer aufgenommen und über ein Interface in den Computer überspielt. Mit verschiedenen Effektgeräten und Modulationsfiltern wurden die Sounds für TARKOW geformt.

Die Komposition für TARKOW ist sehr intuitiv. Den abstrakten Makro-Strukturen der Bilder folgend, besteht sie aus Geräuschen und Klängen, die keiner bekannten Klangquelle zuzuordnen sind, jedoch unterschiedlichste Klang-Assoziationen auslösen. Die kontrastreichen Raumstrukturen der Bilder werden akustisch nachempfunden und kommentiert.

Atelier des armenischen Künstlers Vazgen Tadevosyan PachlavuniAtelier des armenischen Künstlers Vazgen Tadevosyan Pachlavuni
Atelier des armenischen Künstlers Vazgen Tadevosyan PachlavuniAtelier des armenischen Künstlers Vazgen Tadevosyan Pachlavuni

Vazos Kosmos – unfassbare Bild-Klang-Welt

Die Bilder wurden im Atelier des armenischen Malers und Zeichners Vazgen Pahlavuni-Tadevosyan in einem südfranzösischen Konvent aufgenommen. Peter besucht seinen Freund Vazo regelmäßig, und die beiden arbeiten dann gemeinsam im Atelier. Peter ist jedes Mal überwältigt von dem riesigen Durcheinander, das dort herrscht. Dieses „Chaos“ von Vazo hat Peter auf einer Art Kamerafahrt erfasst. Beim Fotografieren und späteren Nachbearbeiten der zahllosen Detailaufnahmen wurde für ihn der reiche Schatz des Ateliers erst richtig sichtbar. In den extrem querformatigen Makroaufnahmen zeigt sich eine neue Welt: Vazos Kosmos.

Aus ausgewählten Einzelbildern komponierte Peter ein Liquid Image. Die extrem langsame Ineinanderblendung der Bilder offenbart den Schaffensprozess des armenischen Künstlers und entführt den Betrachter in eine geheimnisvolle, surrealistische Welt. Das 27-minütige Werk ist kein Film. Es ist ein einziges Bild, das sich sehr langsam, fast unmerklich auf einer Zeitachse entwickelt und letztlich im Kopf des Betrachters entsteht.

In Verbindung mit dem Soundscape aus Klängen der Klangskulptur D,R,ON entsteht ein Kunstwerk, das sich nicht begreifen lässt: eine unfassbare Bild-Klang-Welt, erfüllt von eigenen Assoziationen und Emotionen.

Wir freuen uns über die Auszeichnung von Filmgarten Berlin 2022