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Projection on a pylon of a Rhine bridge in Bonn

BTHVN 2020

Periphere Pole

Das Area Composing wurde für das Beethovenfest 2020 in Bonn konzipiert. Aufführungsorte sind die Strompfeiler der Friedrich-Ebert-Brücke (Nordbrücke) und der Konrad-Adenauer-Brücke (Südbrücke). Beide Orte befinden sich abseits der bekannten Spielstätten des Beethovenfestivals in der Peripherie der Stadt und zugleich in sehr unterschiedlich geprägten Stadtteilen. Im Norden ein Wohngebiet mit Schwimmbad und angrenzender Industriebebauung, im Süden der Rheinauenpark mit dem Japanischen Garten. So kommt das Festival zu denen, die (mutmaßlich) weniger Berührungspunkte mit dem klassischen Kulturbetrieb haben. Dorthin, wo Menschen leben, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen.

Die Klangkomposition nutzt den Resonanzkörper der Brückenkonstruktion und weitet seine akustischen Phänomene zu motivischen Themen. Während der Aufführung verbindet sich die Komposition mit dem „Klangraum unter der Brücke“ und den natürlichen Umgebungsgeräuschen zum finalen Soundtrack der Bildkomposition. Die fließenden Bilder des Area Composing erscheinen wie von selbst auf den Strompfeilern der Brücken, als würden sie auf natürliche Weise dort entstehen. Die exakt auf die Formen gemappten Bildprojektionen reichen (360 Grad) um die Pfeiler herum und strahlen in alle Richtungen, spiegeln sich im Fluss und leuchten hinaus bis ans andere Ufer.

Das Area Composing bewirkt neue Wahrnehmungen von Beethoven, von der Stadt Bonn und ihren Randzonen. Am Ufer des Rheins unter den rauschenden Verkehrsadern der Brücken entstehen Orte des Innehaltens.